Seminarangebot für Mitarbeiter/innen ambulanter oder stationärer Hospize (in abgewandelter Form wurde das Seminar in der Steinmetzschule von Laas/Südtirol abgehalten)

Ort: Werkstatt von denkwerk, Michael Spengler; Bernauer Straße 4; auf dem Freigelände der Kapelle der Versöhnung in Berlin- Mitte
Kurstitel: Individuelle Grabmalgestaltung als Möglichkeit der Trauerbewältigung, Entwerfen von unverwechselbaren Lebenszeichen/ Grabzeichen in Ton, Stein, Holz, Metall und anderen Materialien
oder: Dem Tod eine Form geben, grafische und bildhauerische Gestaltungsmöglichkeiten, um den Tod (an)fassbar zu machen

Ablauf eines Wochenendseminars:

  1. Freitag Abend: eintreffen der Teilnehmer; Abendessen; kennenlernen der Teilnehmer; Vorstellung des Seminarleiters und der Teilnehmer; assoziatives Spiele, z. B. : Erraten einer Person des öffentlichen Lebens durch vergleichende Fragen („.. wenn der- oder diejenige Wasser wäre, wo fände man sie/ihn? In einem reißenden Fluß, in einem tiefen See, im Wasserhahn....?“)
  2. Samstag, nach dem Frühstück: Grundlagen der Gestaltung (Proportion, goldener Schnitt, Zentralperspektive, Farbkreis?...); Diavortrag des Seminarleiters: Denkmale für Verstorbene/ Grabmale auf den Friedhöfen in Deutschland und Berlin; Gründe der Vereinheitlichung; wo werden ästhetische Grundregeln verletzt Beispiele anhand von Grabsteinen Prominenter; wo gibt es andere, bessere Beispiele; warum, sind sie besser? Was macht ein gutes, auf den Menschen bezogenes Grabmal aus?
  3. Samstag, nach dem Mittagessen: Kleingruppen; Brainstorming zur Erarbeitung eines Denkmales für einen allen bekannten Menschen (der am Vorabend erraten wurde?); warum wähle ich ein bestimmtes Material; warum eine bestimmte Form; warum diese Inschrift?...Begründung; Diskussion;
  4. Samstag, nach dem Abendbrot: Einzelüberlegungen zum Material des Denkmales für einen selber; Begründung; Referat des Seminarleiters zu den unterschiedlichsten Materialien, die für Denkmäler in Frage kommen z. B.: Marmor: metarmorphes Material mit einer Geschichte aus dem Meer, verletzlich, sensibel, übereitel, wenn man es poliert; Kupfer Bezug zum Seemännischen (Kupferbeplankung der Segelschiffe zum Schutz gegen den zerstörerischen Befall der Bohrmuschel); in Verbindung mit Zink (Messing) Teil von Intarsienarbeiten mit Edelhölzern oder als optische Präzisionsinstrumente; in der Verbindung mit Zinn (Bronze) Herstellung von Glocken; Porträtbüsten; Granit: sich menschlichen Dimensionen verschließendes Eruptivgestein; spezielle Verwitterungsmerkmale; Eisen; Blei; Holz...usw....
  5. Sonntag: Verbalisieren resp. Zeichnen der Entwürfe; Einführung in das dreidimensionale Zeichnen (Fluchtpunkt, isometrische Darstellung); erarbeiten eines Modells in Ton, Holz oder Gips; Einzelgespräche; Mittagessen; danach Erläuterung, Erklärung (Verteidigung) des eigenen Entwurfes vor den Seminarteilnehmern; Abreise

Der Ablaufplan ist ein Entwurf und könnte je nach den Bedürfnissen der Teilnehmer/Innen Änderungen erfahren.






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Diavortrag (Dauer: ca. 1 ½ Stunden; 50 Dias)

Thema: Individuelle Grabmalgestaltung als Trauerbewältigung

  1. Teil : Die gewohnten Grabzeichen auf den Friedhöfen; kleiner Exkurs zu den Grundlagen von Proportion uns Ästhetik (goldener Schnitt, Zentralperspektive); Wo wird gegen Grundregeln verstoßen? Beispiele von Grabmalen prominenter Persönlichkeiten auf Berliner Friedhöfen (Marlene Dietrich, Willi Brandt, Ernst Reuter und John Heartfield); Welche Denkmale sind gelungen, welche nicht?;
  2. Teil: Grabzeichen von „denkwerk“; Exkurs zur Materialästhetik: Welche Materialien drücken was aus?; Welche Materialkombinationen sind technisch möglich und dauerhaft?; Mit welchen Veränderungen muß ich im Laufe der Jahre rechnen?; Der Weg von der Materialauswahl zur Formfindung; Welche Lebensgeschichten stehen hinter den denkwerken?;
  3. Teil: Besonderheiten in Berlin.

Anschließend: Diskussion

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