Email:
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(Für Fragen über Email steht ihnen zusätzlich dieses Kontaktformular zur Verfügung)

Postadresse:
Michael Spengler
Ackerstraße 38
10115 Berlin

Werkstatt und Büro:
Elisabethfriedhof
Ackerstraße 37
10115 Berlin

Wegbeschreibung:
Büro und Werkstatt befinden sich vis a vis der Gedenkstätte/ Berliner Mauer unweit der Kapelle der Versöhnung direkt auf dem Elisabethfriedhof.
Sie gehen auf dem Hauptweg des Friedhofes bis zum Kreuz, dann links auf den Werkhof. Das Büro befindet sich in einem restaurierten Zirkuswagen.

Termine unter:
Fon: 030/ 44 99 710
Mobil: 0160/ 791 07 17

S Bahn: S 1; Nordbahnhof
U Bahn: U 8; Bernauer Straße
Straßenbahn: M 10, Gedenkstätte Berliner Mauer

Parkmöglichkeiten gibt es auf der Ackerstraße zwischen Sophien- und Elisabethfriedhof (Parkscheinautomat)
 

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Individuelle Grabsteine, besondere Grabzeichen, "denkwerke" für Menschen

Zu den antiken Exerzitien gehörte es, sich auch den Tod vorzustellen, den Moment des Sterbens geistig vorwegzunehmen, um in der Situation, wenn sie da ist, nicht vollkommen unvorbereitet zu sein. Auf der Höhe des Bewusstseins dem Tod in die Augen sehen, möglichst oft an ihn denken, ja sogar "im Denken Umgang mit dem Tod pflegen", wie der Philosoph Michel de Montaigne im 16. Jahrhundert sagte. Wer sich der eigenen Todesangst im Denken stellt -der kann wieder vorbehaltlos gut sein, er wird sich für andere Menschen einsetzen, ohne die Angst, "etwas zu verlieren" (Immanuel Kant). Entgegen dem landläufigen Verständnis wird ein individuelles Grabmal nicht in erster Linie für einen verstorbenen Menschen erdacht und errichtet. Es sind vielmehr die Überlebenden, die mit dem Tod eines ihnen nahe stehenden Verwandten, Freundes oder Ehepartners weiterleben müssen. Das Grabzeichen ist so etwas wie eine "haptische Krücke". Der Stein kann mit den Händen berührt und ertastet werden im Gegensatz zu den Gedanken und Erinnerungen an einen Verstorbenen. Die Auseinandersetzung mit einem Grabstein ist immer auch eine Auseinandersetzung mit der eigenen Seinsflüchtigkeit und dem Sinn, den wir in allem suchen und gerade deshalb auch interessant für Menschen, die voll im Leben stehen und bislang wenig Gedanken an den eigenen Tod verschwendet haben. Fast 80 dieser speziellen und unverwechselbaren Grabzeichen, die ich "denkwerke" nenne, haben meine Werkstatt, welche ich in Berlin/Mitte auf dem ehemaligen Todesstreifen der Berliner Mauer betreibe, verlassen. Jedes ist bei seiner Herstellung und bei seiner Aufstellung auf dem Friedhof fotografisch dokumentiert worden. In Absprache mit den Angehörigen wurde zu jedem ein Text verfasst, worin die Geschichte seiner Formfindung im Zusammenhang mit einer Kurzbiographie des Verstorbenen erläutert ist. Ich habe mich bemüht, die Geschichten, die hinter diesen individuellen denkwerken stehen, mit einfachen, fast kindlichen Worten zu beschreiben. Die Texte sind weniger interpretatorisch als vielmehr deskriptiv.